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Glaube – Gottes Werk

 

 „Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre“, das sagt Jesus zu seinem allzu eifrigen Jünger Petrus. Der wiederum bekräftigt willensstark, dass er für seinen Herrn sogar sterben würde. Wir kennen die Geschichte, als Petrus der Mut ausging und er zum dreifachen Verleugner wurde.

 

Wieso ist ihm das eigentlich passiert? Er war doch so willig. Ist das „Fleisch“ so schwach? Hatte der starke Petrus (das heißt auf Griechisch „Fels“) nur eine große Klappe und sonst nichts dahinter?

Vielleicht denken Sie jetzt, dass Ihnen das nicht passieren könnte. Vielleicht haben Sie ja ganz viele gute Glaubenserfahrungen im Lauf Ihres Lebens gemacht. Vielleicht sind Sie immun gegen Zweifel, Versuchungen und Anfechtungen.

Ganz sicher ist kein Mensch immun gegen das alles. Und ebenso sicher versucht Satan, der Gegenspieler Gottes, die gläubigen Christen zu zerstreuen. Jesus sagt auch zu Petrus, dass der Teufel „begehrt, euch zu sieben wie den Weizen“, also so richtig auseinander zu bringen. Auf diese harte Wahrheit hin sagt er ihm seine Hilfe zu. Ja, er bittet Gott, dass der Glaube seiner „Schäfchen“ niemals aufhören möge. An anderer Stelle versichert Jesus seinen Schäfchen, dass sie NIEMAND aus seiner oder Gottes Hand reißen kann. (Johannesevangelium 10,27-29). Was für ein Hirte!

 

Der „brüllende Löwe, der sucht, wen er verschlingen könnte“ (1. Petrus 5,8), ist stets aktiv am Wirken. Wie denn eigentlich? Seine größte Taktik ist Verblendung und Zerstreuung. Und wie real ist diese Taktik, wenn wir uns umsehen! Wie blind sind die meisten Menschen und erkennen die Wahrheit nicht. Und manchmal sind wir ja auch blind für manches, was Gott uns zeigen will. Wie zerstritten sind die Menschen! Und die Christen sind alles andere als eine Einheit.

Satan hat wohl Macht, Menschen „zu verschlingen“, also vom guten Weg des Glaubens abzuhalten. Aber nur begrenzt, denn Gott ist der Allmächtige. Sein Gegenspieler hat nur über diejenigen Macht, die nicht zu den „Schafen Gottes“ gehören. Wenn Menschen zum Hirten Jesus gehören, dann hat Satan keine Macht mehr über sie – aber er hat Einfluss auf sie.

 

Welche Garantie haben Christen eigentlich? Besitzen Christen einen Schutzmantel, ähnlich wie Siegfried aus der Nibelungensage? Der streitbare Held badete ja in dem Blut des von ihm besiegten Drachen und wurde dadurch unverletzbar. Mir gefällt dieses Bild, denn auch wir werden durch das Blut Jesu sozusagen unverletzbar. Bei Siegfried flog aber ein kleines Blatt auf seinen Rücken und machte ihn an einer Stelle verletzlich. Der Feind wusste von dieser einen empfindlichen Stelle. Der Feind kennt die Schwachstelle in unserem Leben auch. Und er greift immer genau an dieser Stelle an. Irgendwann würden wir besiegt werden. Aber wir sind ja nicht Siegfried, sondern Stefan, Wolfgang, Ute oder Renate oder wie du auch heißt. Du bist deswegen nicht besiegbar, weil du nicht nur einen äußerlichen Schutz hast, sondern weil du versiegelt bist mit dem Heiligen Geist Gottes. Er ist „das Siegel und das Unterpfand unseres Erbes“ (Epheser 1,13-14).

 

Durch den Heiligen Geist hört der Glaube nicht auf. Als Jesus auf der Erde war, betete er für Petrus. Nun ist er beim Vater und bewirkt die Bewahrung unseres Glaubens durch seinen Geist. Ja, durch ihn ist Gott selbst in uns und bringt uns ans Ziel. Niemand muss fürchten, aus irgendeinem Grund vom Glauben abzufallen und vom Weg in den Himmel abzukommen. Jesus, der „Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Hebräer 12,2), wird dafür sorgen, dass seine Schäfchen ganz sicher ankommen.

Ich wünsche Ihnen für das ganze Jahr zwei Dinge: 

1. Dass Sie nicht (fahr-)lässig werden, denn „der brüllende Löwe“ ist nicht untätig.

2. Dass Sie ganz gelassen werden, denn Jesus Christus wird für Sie
sorgen und Sie ans Ziel bringen.

Ich freue mich auf ein neues Jahr mit dem dreieinigen Gott und auf die Gemeinschaft mit Ihnen.

 

Gott segne Sie!

 

Ihr

Stefan Thieme