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PREDIGT ÜBER APOSTELGESCHICHTE 10, 34 –41
DIE AUFERSTEHUNG JESU - WAHN ODER WIRKLICHKEIT ?
(IN DER LKG FÜRTH AM OSTERMONTAG, DEN 24.3.2008 VON PFR.i.R. GÜNTER SEYFFERTH,
ZIRNDORF)
Geliebte Heidenchristen, wir hören heute von einem
anderen Judenchristen eine Predigt, der allerdings nicht Leonid heißt wie im
letzten Gottesdienst, sondern Petrus und der nicht „Jesus für Juden“ verkündigt,
sondern Jesus für Heiden. Das war vor 2000 Jahren eine religiöse Revolution, für
die Gott auch ziemlich viel in Gang setzen musste, bis es sein ziemlich
beschränktes Bodenpersonal gespannt hatte. Für sie war ja Gottes Erwählung, sein
Bund, seine Verheißungen und sein Messias auf Israel beschränkt. Sie - die Juden
- waren ja das auserwählte Volk und das sollte doch gefälligst so bleiben! So
dachte auch lange Petrus, bis ihm Gott recht deutlich ein Licht aufgehen ließ
und er erkannte, dass mit Ablehnung und Hinrichtung ihres Messias Jesus und der
Bestätigung in seiner Auferweckung durch Gott nun ein neues Kapitel in seiner
Geschichte mit den Menschen aufgeschlagen wurde. In der Begegnung mit dem
römischen Hauptmann Cornelius ging ihm die Grenzenlosigkeit der Liebe Gottes auf
und er hielt vor der Hausgemeinschaft dieses Heiden folgende
Predigt:Apg.10,34-41
(34) „PETRUS ABER TAT SEINEN MUND AUF UND SPRACH: NUN ERFAHRE ICH IN WAHRHEIT,
DASS GOTT DIE PERSON NICHT ANSIEHT;
(35) SONDERN IN JEDEM VOLK, WER IHN FÜRCHTET UND RECHT TUT, DER IST IHM
ANGENEHM.
(36) ER HAT DAS WORT DEM VOLK ISRAEL GESANDT UND FRIEDEN VERKÜNDIGT DURCH JESUS
CHRISTUS, WELCHER IST HERR ÜBER ALLE
(37) IHR WISST, WAS IN GANZ JUDÄA GESCHEHEN IST, ANGEFANGEN VON GALILÄA NACH DER
TAUFE, DIE JOHANNES PREDIGTE,
(38) WIE GOTT JESUS VON NAZARETH GESALBT HAT MIT HEILIGEM GEIST UND KRAFT; DER
IST UMHERGEZOGEN UND HAT GUTES GETAN UND ALLE GESUND GEMACHT, DIE IN DER GEWALT
DES TEUFELS WAREN, DENN GOTT WAR MIT IHM.
(39) UND WIR SIND ZEUGEN FÜR ALLES, WAS ER GETAN HAT IM JÜDISCHEN LAND UND IN
JERUSALEM. DEN HABEN SIE AN DAS HOLZ GEHÄNGT UND GETÖTET.
(40) DEN HAT GOTT AUFERWECKT AM DRITTEN TAG UND HAT IHN ERSCHEINEN LASSEN,
(41) NICHT DEM GANZEN VOLK, SONDERN UNS, DEN VON GOTT VORHER ERWÄHLTEN ZEUGEN,
DIE WIR MIT IHM GEGESSEN UND GETRUNKEN HABEN, NACHDEM ER AUFERSTANDEN WAR VON
DEN TOTEN.“
Wir haben hier ein Minievangelium vor uns, das wahrscheinlich als Grundriss und
Bauplan für die 4 Maxievangelien des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes
diente, eine Art embryonales Evangelium.
Sehen wir es uns genauer an, werden wir schnell begreifen, warum auch nach 2000
Jahren die meisten Juden doch lieber Juden und die meisten Heiden doch lieber
Heiden bleiben – vielleicht etwas schamhaft verziert mit einem religiösen
Mäntelchen aus Christentum light und etwas sogenannter Spiritualität. Der Glaube
ist eben nicht jedermanns Sache, sagt ja schon die Bibel.
Aber schon damals gab es Leute unter den Heiden, die Gottes Geheimnis in der
Geschichte mit Israel und dann dem Zimmermann aus Nazareth recht nahe kamen und
mit Petrus eine beglückende Entdeckung machten: V.34f
Die Schranken, Mauern und Grenzen im Denken und Leben des Juden Petrus sind
endlich eingerissen worden! Von Gott selbst – mit ziemlich viel Aufwand! Lesen
Sie einmal Apg. 10 und 11. Petrus hat Gottes grenzenlose Unparteilichkeit
erkannt. Auch für die Heiden wird also die Türe zur Welt Gottes und seinen
Verheißungen weit aufgerissen. Die Hindernisse sind beseitigt, die Bedingungen
minimiert: Der Arzt für die Kranken und der Retter für die Sünder ist da und
dieser Arzt arbeitet kostenlos. Nur einen minimalen Haken hat die Sache: ER geht
nicht zu den Gesunden und Selbstgerechten! Und da wird´s kritisch.
Die Rollläden gehen wie in Galiläa und Jerusalem so auch bei den Heiden runter.
Wer will schon als Kranker oder Sünder angesprochen werden? Doch einige lassen
es sich anscheinend gefallen. In der Lutherbibel werden sie „die
Gott fürchten und recht tun“ oder kurz die „GOTTESFÜRCHTIGEN“ und
„RECHTSCHAFFENEN“ genannt. Das sind aber nicht die, die irgendwie an Gott oder
ein höheres Wesen glauben – das tun ja auch die Dämonen und die zittern
wenigstens, so sagt es Jakobus im 2.Kapitel seines Briefes. Das sind auch nicht
brave Staatsbürger mit weißer Weste, die es allen Recht machen wollen. Nein,
Petrus meint Menschen, die zumindest einmal Gott ernst nehmen und respektieren,
auch wenn sie noch nicht viel von ihm begriffen haben. Zum andern haben sie die
Erfahrung gemacht, dass nur der Gott gerecht werden kann und dem Willen Gottes
entspricht, den Gott zuerst einmal gerecht gemacht hat durch seine Zuwendung und
Liebe. Nur wer daraus auch lebt, kann „recht tun“ oder„Gerechtigkeit wirken“,
wie es im Urtext heißt, und wird dann als „rechtschaffen“ oder „gerecht“
angesehen.
Aber schauen wir uns einfach einmal die Petruspredigt genauer an, dann wird uns
schon deutlich werden, ob auch w i r mit diesen beiden Begriffen zu umschreiben
sind und dann nicht mehr Heiden sondern Heidenchristen genannt werden dürfen.
Fallen wir gleich mit der Türe ins Haus und beginnen nicht mit dem Anfang
sondern dem Ende des Textes: Zuerst wird von einem einmaligen Leben erzählt,
aber mit einem doppelten Ausgang: sterben müssen wir alle, klar, nicht unbedingt
so – am Holz aufgehängt -, aber was bedeuten die dann folgenden Verse? V.39 -
V.41
Da wird Juden und Heiden etwas Unglaubliches
zugemutet: Von den höchsten religiösen und staatlichen Organen wird einer zum
Schwerverbrecher erklärt, an einem Holzbalken aufgehängt und so langsam
öffentlich zu Tode gefoltert - und nach dem 5.Mosebuch (21,23) sogar als von
Gott verdammt erklärt. Und genau dieser Quertreiber, Sonderling, Gotteslästerer
und Aufrührer, „den hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen
lassen.“ Und das bedeutet doch, dass genau der Gotteslästerer Jesus Recht hatte
und anscheinend recht von Gott geredet und alle anderen Unrecht und
gotteslästerlich von Gott geredet hatten. Diese Nachricht von der Auferweckung
stellte alles auf den Kopf. Der Schwerverbrecher war Zeuge Gottes, Gottes
Wahrheit und Repräsentant, Gottes Gerichtsvollzieher und Offenbarer!! Ein Mensch
soll Gottes Sohn und Messias sein, bestätigt durch die Auferweckung? Ein Skandal
und Ärgernis für die Juden, eine Dummheit und Zumutung für die Heiden!
War Jesus ein Phantast, Scharlatan, Verführer, ein religiöser Idealist, ein
falscher Prophet oder Wahnsinniger oder war er und ist er – auch heute als der
Auferstandene – die absolute göttliche Wahrheit über Gott und uns, das einzig
wahre Leben und der einzige Weg zum ewigen Leben? War er das letztere, dann sind
wir die Phantasten, Spinner, Wahnsinnigen und Lügner, die nun aufgerufen werden,
jedes Wort, jede Tat, jedes Urteil und jedes Versprechen dieses Mannes aus
Nazareth ernst zu nehmen und ihm mit konkreten Taten zu folgen. Das wären dann
die „Gottesfürchtigen“ und „Rechtschaffenen“. Und jeder, der ihn dann ablehnt,
lebt letztlich weiterhin in der Lüge, im Irrtum, im Wahn und in der Sünde und
ist eigentlich schon am Ende und dem Tod geweiht. Kein Wunder, dass wir Menschen
aller Generationen uns gegen dieses Urteil gewehrt haben.
Aber wäre dieser Jesus im Tode geblieben und in seinem Grab verwest, dann
bedeutet das für alle Zeiten:
Dann ist Gott kein Gott für alle Menschen, sondern er ist parteiisch,
willkürlich, nationalistisch und ungerecht.
Gott ist dann kein Gott, der uns liebt und vergibt, sondern wir sind ihm
gleichgültig und unwichtig.
Gott ist dann kein Gott, der befreit und erlöst, sondern der uns sagt wie
Friedrich der Große: Macht euren Dreck alleine!
Dann ist Gott ist kein Gott, der Sünde, Leid und Tod besiegt, sondern der die
Gesetze der Moral, der Macht und Natur ohne Erbarmen herrschen lässt.
Dann ist Gott kein Gott, der unser Vater sein will, sondern ein ewig
gleichgültig-distanzierter Produzent von menschlicher Massenware.
Was aber, wenn Jesus war und ist, was Petrus in seiner Predigt behauptet: der
Friedefürst, der Herr über alle, der Wohltäter und Arzt der Versklavten, der
Immanuel, der für uns Verdammte und von Gott Auferweckte?? Was dann??
Dann sind wir zwar die Lügner, die völlig Verirrten und die zu Tode
Verurteilten, aber gleichzeitig die Freigesprochenen, Geliebten, Gerechten,
Geretteten und Versöhnten, die Kinder Gottes und damit die Erben der Ewigkeit,
die Gott um Jesu willen annimmt und liebt.
Zusammengefasst bedeutet das alles: Entweder war Ostern der größte Schwindel
aller Zeiten oder das größte, heilsamste und wichtigste Ereignis der
Weltgeschichte. Und wie sollen wir das nach 2000 Jahren herausfinden?
Fragen wir doch einfach Jesus, was er antwortete, als man ihn mit seiner
Botschaft in Frage stellte und ihn deshalb fragte, von wem seine Lehre stamme.
Waren es seine eigenen Hirngespinste oder stammte seine revolutionäre Botschaft
von Gott? Jesus antwortete:
„Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat.“ Nun ja,
das kann jeder sagen. Aber wie kann ich feststellen, ob diese Lehre mit Gottes
Willen übereinstimmt? Jesus fährt dann fort: „Wenn jemand dessen Willen tun
will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst
aus rede.“ (Johannes 7,16-17)
Das bedeutet auch für unsere Frage: Willst du nur zuhören, vielleicht auch
fragen, argumentieren, nachdenken, diskutieren - oder willst du handeln, tun,
ausprobieren, dich darauf existentiell einlassen, was Gott will?
Dieser Frage müssen wir uns nun stellen, wenn wir einfach einmal der Predigt des
Petrus entlang gehen und uns dabei fragen lassen, ob wir diesen sich in Jesus
zeigenden Willen Gottes t u n wollen.
Vers 36a: „Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt ..“
Gleich hier beginnt schon der Widerspruch und die Diskussion mit dem Gott der
Bibel: Er ist eben kein Gott über den Wolken und Gedanken, der abstrakten Ideen
und allgemeinen Idealen, die wir uns ausdenken. Nein! Er ist der Gott Abrahams,
Isaaks und Jakobs, ein Gott mit irdischem Profil, mit Geschichte und einem
eigenen Kopf und vielen guten eigenen Gedanken. Und dieser Gott setzt sich
bestimmte Dinge und Menschen in den Kopf, erwählt sie und bestimmt sie zu seinen
Partnern. Ob uns das passt oder nicht!! Und diese Konkretionen passen eben oft
nicht in unsere eigenen Gottesbilder und dann stört eben ein Gott der Juden, ein
Gott mit Sohn, Wundern und Zeichen, Lehren und Leiden,
Kreuz und Auferstehung, einem Weltende, Weltgericht und göttlichem Neuanfang.
Wer hat nun Recht und wer gibt nach? Will ich mich auf diesen Gott mit einer
langen Geschichte von über 3000 Jahren einlassen mit meinem Leben und Denken
oder will ich es nicht?
Schon hier fallen für den einzelnen, aber auch für die ganze Christenheit
grundlegende Entscheidungen. Ich will das einmal am Beispiel des modernen
Umgangs mit der Bibel zeigen.
Die Geschichtsforscher oder Historiker haben in den letzten Jahrhunderten
entdeckt, dass man geschichtliche Berichte über die Vergangenheit nach 3
Grundregeln untersuchen muss, um halbwegs die wahre Geschichte herauszufinden:
Man muss
1. den Gesamtursachenzusammenhang herstellen,
2. nach ähnlichen vergleichbaren Ereignissen in der Gegenwart suchen und
3. kritisch die menschliche Vernunft einsetzen bei der Beurteilung der
behaupteten Tatsachen.
Man nennt das dann das Korrelation-, Analogie- und Kritikprinzip. Das leuchtet
auch bei ganz normalen Geschichtsberichten über Karl den Großen oder Hannibal
ein. Wirft man engmaschige und der Größe der Tiere angemessene Netze über
Heuschrecken oder Frösche aus, kann man sie bestimmt einfangen. Versucht man mit
den gleichen Netzen Elefanten, Walfische oder gar Vögel zu fangen, dürfte es
schwierig werden. Wird dann noch behauptet, solche Tiere kann es nicht geben,
weil man sie nicht in den Netzen gefunden hat, wird es schon peinlich bis
dämlich. In der modernen Quantenphysik hat man diese methodischen Fehler im
Umgang mit den Naturgesetzen seit Heisenberg längst erkannt.
Aber genau dieser methodische Fehler geschieht seit etwa 200 Jahren in der
historischen Erforschung der Bibel: Der Gott der Bibel hat sich gefälligst daran
zu halten, was die Historiker (besonders Ernst Troeltsch) festgelegt haben: Gott
darf
1. nur das tun, was im Gesamtzusammenhang der Geschichte angemessen und normal
ist,
2. was sich dann auch so ähnlich immer wiederholen muss – auch heute also und
3. was in unsere menschliche Vernunft hineinpasst.
Die normale Froschperspektive wird von den Herren Theologieprofessoren
zugelassen, die Vogelperspektive ist aber „unsachgemäß“ oder „dem Geist der
Aufklärung nicht gemäß“ und einfach „fundamentalistisch“.
Gott sei Dank gab es und gibt es an den Uni immer Professoren (z.B. ein Kähler,
Schlatter, Karl Barth, Schniewind oder heute Stuhlmacher, Wilckens, Eckstein
oder Hengel), die auch historisch genau an den Bibeltexten arbeiteten, sich aber
dabei so verhielten, wie es Paulus einmal im 2.Korintherbrief 10,5b formulierte:
„Wir nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus.“
Gottesfürchtig sein hat also auch damit zu tun, dass ich und mein Verstand
hinhöre und hinsehe, was dieser Gott sagt und tut und von mir will, - und mich
darauf mutig im Namen Jesu einlasse, es einfach einmal ausprobiere, dann und nur
dann erkenne ich, „ob diese Lehre von Gott ist oder ob ein Mensch das alles nur
erdacht hat“ (vgl. Joh.7,17).
Wendet man die sog. „wissenschaftlichen Methoden“ der Historiker nun kritiklos
(„Kritischer müssten mir die Historisch-Kritischen sein“ hat einmal der große
Theologe Karl Barth gesagt.) auch auf die Auferstehungstexte an, darf man sich
eigentlich nicht wundern, dass in der Bultmannschule, die noch heute die
theologischen Hochschulen beherrscht, von Jesus nur noch das „Dass des
Gekommenseins des Messias“ oder bei seinen Schülern ein gescheiterter
Sozialrevoluzzer übrigbleibt. Und von dem Kreuz Jesu und der Auferstehung Jesu
durch Gott bleibt kann nur noch „Kreuz und Verkündigung“ (Bultmann), „Kreuz und
Glaube der Jünger“ (Ebeling), „Kreuz und Sendung oder Sache Jesu“(Marxen) oder
„Kreuz und mein Ich darf“ (H.Braun) übrig. Jesus selbst, sein Leiden und
Schicksal nach dem Tod ist belanglos, uninteressant und historisch unwichtig.
Auf diese Weise kann man den Zimmermann und Gottessohn Jesus aus der gut
gesicherten Professorenposition heraus mit akademischen Mitteln und Zeremonien
ein zweites Mal unschädlich machen und verhindern, dass er unsere aufgeklärten
und akademischen Kreise stört. Dass Paulus am Ende des 1. Korintherbriefes 16,22
so ganz selbstverständlich sagen kann: „Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat,
der sei verflucht!“ – beunruhigt auch nicht. Wie soll man jemanden lieben
können, von dem man nur das „Dass des Gekommenseins“ feststellen kann? Wie kann
man ein Phantom lieben? Man interessiert sich ja nur für das eigene neue sog. „eschatologische
Selbstverständnis“ oder die eigene radikale Gläubigkeit und meint so die
Reformation zu Ende zu bringen. Wie lange dürfen diese Irrlehren in der
evangelischen Kirche noch ihr Unwesen treiben? Ein Körper ohne Abwehrkräfte kann
nicht lange überleben.
Nun aber etwas weniger ausführlich zu den anderen Aussagen der Petruspredigt,
die uns ebenfalls ständig mit der Frage konfrontieren: Will ich Gott so, wie ich
ihn mir vorstelle und wie ich ihn haben oder einfach so wie er sich uns
vorstellt.
Im gleichen Vers 36 ist dann die Rede vom „Frieden durch Jesus Christus“. Wir
friedliebenden modernen Menschen reden auch viel vom Frieden, meinen damit aber
immer primär den Frieden mit uns selbst, den Mitmenschen und unter den Völkern
und wundern uns dann, dass das trotz aller Anstrengungen, Verträge,
Friedenstruppen und Friedensforschung nicht hinhaut.
Die Botschaft der Bibel geht an die Wurzel aller Übel und allen Unfriedens, wenn
sie uns auf die Quelle allen Friedens hinweist. Und diese Quelle kann eben nur
dann fließen und auch den Völkeralltag befruchten, wenn der Friede, den Jesus
Christus verkündigt und bringt, gehört und geglaubt wird. Um welchen Frieden
kümmere ich mich primär: den sozialen, politischen Frieden oder den Frieden, den
Jesus bringt und anbietet? Und da geht es wieder um Gott und sein Urteil über
mich! Ist Gott nur ein Mittel zum Zweck – auch für die besten friedlichen
Zwecke? – oder ist Gott selbst der Zweck, das Ziel? Interessiert mich Gottes
persönliche Meinung und Beziehung zu mir und meine Beziehung zu Ihm? Was will
ich letztlich?
Bei und mit Jesus kommt ein einmaliges Friedensangebot auf jeden von uns zu: die
göttliche Anklage wird fallen gelassen, sie wird an einem anderen vollzogen, die
Schuld wird vergeben, die drohende Todesstrafe wird aufgehoben und ein
göttliches ewiges Erbe in Gottes Welt zugesagt und der Vertrag mit Blut
unterschrieben. Das alles bietet Jesu Tod und seine Bestätigung in der
Auferweckung durch Gott an. Will ich m e i n e n Frieden mit Gott, wie ich mir
das vorstelle – vielleicht mit etwas eigenen Anstrengungen und gutem Willen,
guten Absichten und sozialem Engagement garniert – oder will ich diesen sehr
persönlichen Frieden Gottes mit und durch Jesus Christus?
Diese Entscheidung kann dir niemand abnehmen! Am Kreuz hängt und stirbt der für
dich, der sich für dich entschieden hat! Sag heute wieder Ja zu ihm oder fang
heute vielleicht zum ersten Mal damit an, ihm zu danken, dass er deine
Verdammung abgearbeitet und aufgehoben hat. Dann wirst du auch erfahren, was es
bedeutet, dass Petrus davon sprechen kann, dass dieser Jesus auch der HERR über
alle und alles ist. Willst ihn mal Herr und die Nummer 1 in deinem Leben sein
lassen? Fang an es auszuprobieren, wenn du nicht mehr der Herr über dein Leben,
deinen Willen, deine Bedürfnisse und Ängste bist. Du meinst und hoffst, dein
Leben managen und ordnen zu können. Aber was ist, wenn dein Wille nicht will,
was du willst, wenn du an Süchte verfällst, wenn du krank wirst, arbeitslos,
gemobbt oder von Versagen gelähmt und deprimiert wirst? Über kein Atom deines
Körpers bist du der Herr, geschweige über eine Zelle oder ein Organ deines
Körpers und dann willst du der Herr über dein ganzes Leben sein? Und am Ende
warten unausweichlich Tod und die Rechnung für Versagen und Schuld. Wie dem
allen begegnet ohne Beistand und Retter?? Wieso dann nicht den an mein Leben und
vor allem meine Schuld und meine Probleme ranlassen, der dafür der göttliche
Profi ist? Genau davon sprechen die beiden folgenden Verse der Petrusrede: Vers
37 und 38.
Ist einer schon – wie ja die meisten von uns – als Kind getauft worden, dann hat
er schon ohne jede Vorleistung und Anstrengung (aus Gnade! sagt dann Paulus)
seine Überlebensration auf dem Konto. Jesus Christus steht dafür gerade – mit
seinem ganzen Leben, Sterben und Auferstehen – dass dieses Konto gedeckt ist und
bleibt!
Nun wieder die Frage und Bitte: Ist dir alles unsicher und zweifelhaft, was die
Bibel sagt und anbietet, dann hebe ab von dem Konto, geh ran und hol dir, was
dir zusteht: Vergebung, Gottes Nähe und Realität, Heiligen Geist, Gewissheit,
konkrete Hilfe und auch ewiges Leben. Die ganze Welt und Ewigkeit Gottes steht
dir kostenlos zur Verfügung – aber wer nicht abhebt, erfährt nie, ob alles
stimmt und bleibt mit sich und seinen Zweifel, Schulden und Problemen allein.
Was nützt es ihm dann, dass er getauft ist auf den Namen eines Jesus, „der
umherzog, Gutes tat und alle gesund machte, die in der Gewalt des Teufels waren,
denn Gott war mit ihm“?
Die Türe zu dem Gott der Bibel ist weit aufgetan, sodass auch der größte und
dickste Sünder durchpasst, der Tisch ist gedeckt, das Mahl kann beginnen. Auch
für Leute wie Petrus mit seinen großen Treueschwüren und seiner dreifachen
Verleugnung seines Herrn wurde der Tisch vom Auferstandenen neu gedeckt und die
Lebensgemeinschaft mit ihm erneuert. Auch uns wird heute am Osterfesttag wieder
Vergebung zugesagt und der Taufbund mit dem gnädigen Vater erneuert. Wer das
braucht und will, der wird erfahren – wie Petrus und die ihm lauschende
heidnische Hausgemeinde des Cornelius – dass nicht nur Jesu Lehre von Gott ist
und nicht ein „Menschenfündlein“ wie Luther sagte, sondern dass dieser Jesus
Gott zu uns bringt und durch den Heiligen Geist sogar in unser Herz und Leben
eindringt. Aber nie gewaltsam! Er will eingeladen werden. Er ist kein
aufdringlicher Gast, der uns überrumpelt.
Wer das will, wer sich von diesem Gast beschenken lässt wie ein Kind, bekommt
jetzt schon die Realität Jesu Christi zu spüren und wird erleben, dass ER lebt,
wirklich lebt und auferstanden ist, dass sein Grab deshalb auch leer war und
auch unseres leer werden wird bei der Auferstehung hinein in die ewige Welt
Gottes – zur Ehre Gottes.
Amen
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